Actor
© Nadine Poncioni
mit Dörte Lyssewski und Musikauswahl von Nikola Djoric
„Es hat ihn weggerissen –
Er liegt zu meinen Füßen –
Als wär’s ein Stück von mir.“
Carl Zuckmayers autobiografischer Rückblick führt durch die politischen und künstlerischen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts. Zwischen Österreich und Deutschland, zwischen Theater, Krieg, Freundschaft und Vertreibung entsteht das Bild eines Autors, der seine Zeit hellwach und mit großer Menschenkenntnis durchmisst.
Eine Lesung voller Witz, Melancholie und historischer Tiefenschärfe über Herkunft, Verlust und die Suche nach Heimat.
Carl Zuckmayers autobiografisches Werk eröffnet einen persönlichen und zugleich präzisen Blick auf die politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Seine Erinnerungen führen von den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs über die Theater- und Kulturszene der Weimarer Republik bis hin zu Flucht, Exil und der Suche nach Zugehörigkeit in einer aus den Fugen geratenen Welt. Dabei begegnet Zuckmayer Künstler:innen, Politiker:innen, Soldaten, Wirtshausfiguren und Weggefährt:innen mit derselben Aufmerksamkeit und Menschlichkeit.
Im Zentrum steht weniger die Chronologie eines Lebens als die Frage, wie sich Haltung und Menschlichkeit unter historischen Ausnahmebedingungen behaupten lassen. Zuckmayers Blick ist dabei niemals rein nostalgisch. Mit großer sprachlicher Klarheit beschreibt er die Faszination politischer Verführung ebenso wie die schleichende Verrohung einer Gesellschaft, die ihre moralischen Maßstäbe verliert. Besonders seine Erinnerungen an den Nationalsozialismus und den „Anschluss“ Österreichs zählen bis heute zu den eindringlichsten literarischen Schilderungen dieser Zeit.
Gleichzeitig bleibt Zuckmayers Sprache stets von Wärme, Humor und tiefer Menschenkenntnis geprägt. Seine Erinnerungen leben von Begegnungen, Gesprächen und Beobachtungen, die oft beiläufig beginnen und plötzlich historische Dimension annehmen. Gerade diese Verbindung aus persönlicher Nähe und gesellschaftlicher Tiefenschärfe macht den Text bis heute außergewöhnlich aktuell.
Die Bühnenfassung versteht sich als literarisch-Musikauswahlalische Annäherung an einen Autor, dessen Werk von Humanismus, Lebenslust und scharfem politischem Bewusstsein getragen ist. Zwischen Lesung, Erzählung und atmosphärischen Klangräumen entsteht ein Abend über Heimat und Verlust, über Kunst und Verantwortung – und über die Frage, wie Erinnerung lebendig bleiben kann, ohne in Nostalgie zu erstarren.
So wird Zuckmayers autobiografischer Rückblick zu weit mehr als einer persönlichen Lebensgeschichte: zu einem vielstimmigen Porträt eines Jahrhunderts – erzählt mit Witz, Melancholie und einer großen Liebe zum Menschen.
Idee
Dörte Lyssewski
Musikalische Einrichtung
Nikola Djoric
Text
Carl Zuckmayer
Musikauswahl
J. Haydn "Minuet" from the Piano Sonata in C major
Musikauswahl
M. Ravel "Minuet on the Name of Haydn"
Musikauswahl
I. Albeniz "Asturias"
Musikauswahl
A. Piazzolla "Oblivion"
Musikauswahl
Viennese song "Vienna, Vienna, You Alone"
Holen Sie Carl Zuckmayers große Erinnerungen auf Ihre Bühne und laden Sie Ihr Publikum zu einer ebenso persönlichen wie historischen Reise durch das 20. Jahrhundert ein. Zwischen Literatur, Zeitgeschichte und Musikauswahlalischer Atmosphäre entsteht ein außergewöhnlicher Abend voller Menschlichkeit, Humor und politischer Schärfe – berührend, aktuell und lange nachwirkend.