Actor
© Nadine Poncioni
mit Dörte Lyssewski, Eckart Runge, Jacques Ammon
„Die Musik versetzt mich unmittelbar in den Zustand der Seele dessen, der sie geschrieben hat.“
Tolstois radikale Novelle ist eine schonungslose Auseinandersetzung mit Liebe, Ehe, Eifersucht und Gewalt.
Im Zentrum steht ein Mann, der seine eigene Geschichte wie ein Bekenntnis öffnet und dabei die zerstörerischen Kräfte freilegt, die unter gesellschaftlichen Konventionen und privaten Abhängigkeiten wirken.
In der Verbindung von Sprache und Musik entsteht ein konzentrierter Abend von großer psychologischer Spannung und verstörender Aktualität.
Die „Kreutzersonate“ verbindet zwei der radikalsten Kunstwerke des 19. Jahrhunderts: Ludwig van Beethovens Violinsonate Nr. 9 A-Dur op. 47 und Leo Tolstois gleichnamige Novelle aus dem Jahr 1889. Ausgangspunkt ist Beethovens musikalisches Meisterwerk – eine Sonate von außergewöhnlicher emotionaler Wucht, geprägt von Leidenschaft, Spannung und eruptiver Energie. Beethoven widmete das Werk dem Geiger Rodolphe Kreutzer, der die Komposition allerdings selbst ablehnte. Heute zählt sie zu den bedeutendsten Werken der Kammermusik.
Tolstoi griff diese Musik Jahrzehnte später literarisch auf und machte sie zum Zentrum seiner skandalumwitterten Erzählung. In der Novelle berichtet der Protagonist Posdnyschew während einer Zugfahrt von der Ermordung seiner Frau – einer Tat, die aus krankhafter Eifersucht entsteht. Auslöser seiner Obsession ist das gemeinsame Musizieren seiner Frau mit einem Geiger: die Aufführung von Beethovens „Kreutzersonate“.
Für Tolstoi wird die Musik zum Sinnbild von Leidenschaft, Begehren und emotionaler Entgrenzung. Gleichzeitig formuliert er eine radikale Kritik an Ehe, Sexualmoral und männlichem Besitzdenken. Die Erzählung löste bei ihrem Erscheinen internationale Kontroversen aus und wurde zeitweise zensiert oder verboten.
Bis heute übt die Verbindung aus Beethovens Musik und Tolstois psychologischer Schärfe eine enorme Faszination aus. Die Stoffe verhandeln zeitlose Themen wie Liebe, Macht, Projektion, Gewalt und die zerstörerische Kraft menschlicher Sehnsucht. Gerade auf der Bühne entsteht daraus ein intensiver Dialog zwischen Sprache und Musik – zwischen emotionaler Ekstase und gesellschaftlichem Abgrund.
Performance
Dörte Lyssewski
Musik
Eckart Runge & Jaques Ammon
Beethovens musikalische Wucht und Tolstois psychologische Präzision verschmelzen zu einem intensiven Theatererlebnis über Leidenschaft, Eifersucht und menschliche Abgründe. Zwischen Konzert, Schauspiel und emotionalem Kammerspiel entsteht eine Produktion von zeitloser Aktualität. Holen Sie diesen außergewöhnlichen Stoff auf Ihre Bühne und laden Sie Ihr Publikum zu einer ebenso packenden wie verstörenden Begegnung mit einem Klassiker der Weltliteratur ein.