Konzeption & Regie
Eine Performance von Christopher-Felix Hahn
Als Christopher-Felix Hahns Großmutter ins Altersheim zieht, hinterlässt sie ihm eine Vase – angeblich ein Fundstück aus dem Wald, verloren von Flüchtlingen 1945.
Doch Nachfragen enthüllen eine andere Geschichte: Die Vase stammt aus dem Haus des jüdischen Nachbarn Curt Courant, einem der bekanntesten Kameramänner der Weimarer Republik, der vor den Nationalsozialisten ins Exil fliehen musste.
Die Performance „Scherben” folgt den Spuren dieses Objekts und verbindet die eigene Familiengeschichte mit der Biografie Courants. Von Brandenburg über Berlin bis nach Hollywood folgt die Inszenierung dem Weg der Vase und stellt Fragen nach Restitution, Verantwortung und dem Umgang mit einem vergifteten Erbe.
Die Produktion wurde gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung. Die Wiederaufnahme wird durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Rahmen des Programms Wiederaufnahmeförderung gefördert.
Die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg endet nicht mit historischen Daten oder Gedenktagen. Sie setzt sich fort in Familiengeschichten, verdrängten Erinnerungen und scheinbar alltäglichen Gegenständen. Gerade die Nachgeborenen stehen heute vor der Frage, wie sich Verantwortung für eine Vergangenheit denken lässt, die sie selbst nicht erlebt haben, deren Folgen aber bis heute spürbar bleiben.
Im Zentrum dieser Form von Vergangenheitsforschung steht weniger die große politische Erzählung als der persönliche Blick: Wer wurde vergessen? Wer hat profitiert? Welche Geschichten wurden weitergegeben – und welche verschwiegen? Dabei zeigt sich, dass Geschichte oft nicht abstrakt bleibt, sondern in Häusern, Objekten und Familienerzählungen weiterlebt.
Besonders in Deutschland und Österreich hat sich die Perspektive in den vergangenen Jahren verändert: Statt Schweigen oder Distanz rückt zunehmend die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen familiären Umfeld in den Mittelpunkt. Erinnerung wird dabei nicht als abgeschlossene historische Pflicht verstanden, sondern als fortlaufender Prozess des Hinterfragens und Zuhörens.
„Scherben“ verbindet diese Fragen mit der Biografie des jüdischen Kameramanns Curt Courant und macht sichtbar, wie eng persönliche Erinnerung und gesellschaftliche Geschichte miteinander verwoben bleiben.
Holen Sie diese eindringliche Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwortung und verdrängter Geschichte auf Ihre Bühne, in Ihr Foyer, Ihre Ausstellung oder in den öffentlichen Raum Ihrer Stadt. Zwischen persönlicher Spurensuche und gesellschaftlicher Reflexion eröffnet „Scherben“ einen vielschichtigen Blick auf die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs – leise, präzise und von großer aktueller Relevanz. Eine außergewöhnliche Produktion und Installation für Theater, Festivals, Gedenkorte und diskursive Formate, die Vergangenheit nicht erklärt, sondern spürbar macht.