Klavier
© Ismael Cerna
Lieder und Texte von Zemlinsky, Mahler, Berg und Schönberg - mit Ulrich Reinthaller
„Die Liebe ist ein Abgrund von Möglichkeiten.“
Das Programm widmet sich der Liebe in Wien, es wird die musikalische Stimmung in Wien um 1900 thematisiert, oft assoziiert mit dem Fin de Siècle, der Spätromantik, Zusammenbruch und Neuaufbruch.
Die Wiener Kultur der Jahrhundertwende hat ihren ganz eigenen, ambivalenten Reiz: zum einen von der Ästhetik und den Emotionen der Décadence geprägt, zum anderen mit großen Schritten auf ein neues Zeitalter zugehend, eine europäische Moderne, in der die Parameter des Lebens in vielerlei Hinsicht völlig neu definiert wurden. Die Kunst des Fin de Siècle ist ein faszinierender Spiegel dieser Gratwanderungen. Kunst, in der sich auch die engen Verbindungen der Wiener Avantgarde spiegeln: Man kannte sich, inspirierte einander, lebte zusammen.
Mit Liedern und Texten lassen Christina Gansch, Stephan Matthias Lademann und Ulrich Reinthaller diese faszinierende Zeit wiederauferstehen.
Das Wien des Fin de Siècle war ein Ort extremer Gegensätze: geprägt von Melancholie, Dekadenz und Endzeitstimmung – und zugleich von einer kulturellen Explosion, die Kunst, Musik, Literatur und Denken radikal erneuerte. In den Salons, Kaffeehäusern und Künstlerwohnungen der Stadt begegneten sich Komponisten, Schriftstellerinnen und Intellektuelle, inspirierten einander und suchten nach neuen Ausdrucksformen für eine Welt im Wandel. Liebe wurde dabei nicht nur als romantisches Gefühl verstanden, sondern als existenzielle Kraft zwischen Leidenschaft, Verlust, Verlangen und Einsamkeit.
Die Musik dieser Zeit trägt genau diese Ambivalenz in sich. Zwischen spätromantischer Klangfülle und dem tastenden Aufbruch in die Moderne spiegeln die Werke von Mahler, Zemlinsky, Berg und Schönberg die emotionalen und gesellschaftlichen Spannungen ihrer Epoche. Die ausgewählten Briefe und Texte eröffnen zugleich einen intimen Zugang zu den Menschen hinter den großen Namen – voller Sehnsucht, Zweifel, Hingabe und Verletzlichkeit.
So entsteht ein atmosphärischer Abend zwischen Konzert, Lesung und Zeitreise: eine Hommage an das Wien der Jahrhundertwende und an eine Generation von Künstlerinnen, die an den Grenzen ihrer Zeit lebten und dabei eine neue Moderne erfanden.
Ein atmosphärischer Abend zwischen Konzert, Lesung und Zeitreise, der die Liebe im Wien der Jahrhundertwende als Spiegel einer Epoche zwischen Dekadenz und Aufbruch erfahrbar macht. Zwischen spätromantischer Musik und frühen modernen Klangwelten entsteht ein intensives Porträt einer Stadt im kulturellen Umbruch, in der Kunst, Denken und Gefühl neu verhandelt werden.